Tagung zum Thema »Industriekultur in der Altmark«

Einladung zum 17. Juni 2023

Wie die "lost places" der Industriekultur im Norden Sachsen-Anhalts neu genutzt werden

Die Altmark ist nicht nur, wie weithin angenommen, weitläufige Natur, sondern kann auf eine reichhaltige Industriegeschichte zurückblicken. Sei es Stendal als überregionaler Bahnknotenpunkt mit entsprechender Infrastruktur, die Elbe als historischer und zeitgenössischer Transportweg industrieller Güter, Salzwedel und Gardelegen als Hochburgen des Bierbrauwesens, Tangerhütte als Zentrum der Eisenverhüttung oder dem Salzwedeler Umland als Erdgas- und Erdölfördergebiet. Vor dem Hintergrund aktueller Debatten, wie dem Fracking oder der Abhängigkeit von Energieimporten, der Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs und der Stadt- und Dorfentwicklung angesichts hoher Leerstandsquoten, beeinflusst die Industriegeschichte der Region das Leben jedes Altmärkers und jeder Altmärkerin bis heute.
 
Wie einschneidend die Industrie die altmärkische Landschaft verändert hat, lässt sich gut am Beispiel des zu DDR-Zeiten geplanten und schließlich nicht vollendeten Kernkraftwerks in Arneburg und den eigens dafür errichteten Wohngebieten Stendal-Stadtsee und Stendal-Süd beobachten. Während Stadtsee inzwischen erfolgreich saniert und teilweise rückgebaut wurde, verkommen die maroden Wohnblöcke der Plattenbausiedlung Süd zur Geisterstadt. Vielerorts ist es bürgerschaftliches Engagement, das den Wert von historischen Orten der Industriekultur erkennt und solche "abandoned places" vor dem sicheren Verfall retten, wie die aktuellen Beispiele des Stendaler Tunnelhäuschens oder der Salzwedeler Hopfendarre zeigen. Der Verein Aus einem Guss e.V. setzt sich seit 2006 für den Erhalt der Industrieanlagen der ehemaligen Tangerhütter Gießerei ein. In Goldbeck nutzt der Verein Zuckerhalle Goldbeck e.V. die Halle der ehemaligen Zuckerfabrik.
 
Am 17. Juni 2023 veranstaltet der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt erstmals eine ganztägige Tagung zum Thema "Industriekultur in der Altmark" in der Kleinen Markthalle in Stendal, um die Akteurinnen und Akteure vor Ort miteinander zu vernetzen und die Aufmerksamkeit für das Thema in der Region zu schärfen. In acht Vorträgen wird es um aktuelle Nutzungen von Industriekultur und -gebäuden, aber auch um vergangene und verschwundene Industriezweige in der Altmark gehen. Um eine Anmeldung für die Tagung bis zum 11. Juni per E-Mail an info(at)lhbsa.de oder telefonisch unter 0345–2 92 86 10 wird gebeten.


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