Naturmomente am Grünen Band – ART reicht Projektskizze ein

Natur und Geschichte als besonderes Reiseerlebnis

Neue Ideen für nachhaltigen Naturtourismus in der Altmark: Der Altmärkische Regionalmarketing- und Tourismusverband (ART) hat sich mit der Projektskizze „Naturmomente – Modellprojekt für nachhaltigen Naturtourismus am Grünen Band Altmark“ um eine Förderung beworben.

Ausgelobt wird der Wettbewerb vom Deutschen Tourismusverband (DTV) und Airbnb. Mit der Bewerbung möchte der ART eine Projektidee auf den Weg bringen, die Naturerlebnis, regionale Wertschöpfung und Erinnerungskultur miteinander verbindet und das touristische Potenzial des Grünen Bandes in der Altmark stärker in den Mittelpunkt rückt.

Natur erleben, Geschichte entdecken und regionale Produkte genießen

Im Zentrum der Projektskizze stehen Tiny Houses an ausgewählten Natur-Hotspots am Grünen Band. Sie sollen jedoch nicht als klassische Übernachtungsangebote verstanden werden, sondern als Ausgangspunkte für besondere Naturerlebnisse.

Geplant ist, die Standorte eng mit bereits vorhandenen Angeboten und Akteuren der Region zu verknüpfen. Dazu gehören beispielsweise Wanderungen und Radwanderungen entlang des Grünen Bandes, Naturführungen, Vogel- und Wildtierbeobachtungen sowie besondere Erlebnisse zu Sonnenaufgang, Dämmerung oder unter dem Sternenhimmel.

Auch die Geschichte des Grünen Bandes soll eine wichtige Rolle spielen. Führungen entlang ehemaliger Grenzabschnitte, Angebote zur Erinnerungskultur und die Einbindung des Grenzlandmuseums Böckwitz können den Gästen vermitteln, wie aus dem ehemaligen Grenzstreifen ein wertvoller Naturraum entstanden ist.

Ein weiterer Baustein ist die Verbindung von Naturerlebnis und regionalem Genuss. Gäste sollen beispielsweise die Möglichkeit erhalten, regionale Genusskörbe bereits vor ihrer Anreise zu bestellen. Hofführungen, Verkostungen und weitere Angebote regionaler Produzenten könnten das Erlebnis ergänzen. Damit profitieren neben den touristischen Anbietern auch Direktvermarkter, landwirtschaftliche Betriebe und gastronomische Partner von dem Projekt.

Ein Netzwerk für das Grüne Band

Für die mögliche Umsetzung setzt der ART auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen Partnern. Dazu gehören unter anderem Kommunen und Landkreise entlang des Grünen Bandes, die Biosphärenreservatsverwaltungen, der Landesheimatbund beziehungsweise das Netzwerk Grünes Band, SUNK sowie regionale Produzenten, Gästeführer, Museen und weitere touristische Akteure.

Insbesondere die Kommunen könnten bei der Suche nach geeigneten Standorten und Grundstücken eine wichtige Rolle übernehmen. Gleichzeitig soll durch die Vernetzung der Angebote ein gemeinsames touristisches Erlebnis entstehen, von dem möglichst viele Akteure in der Region profitieren.

Gute Voraussetzungen für nachhaltigen Naturtourismus

Die Altmark bietet für die Entwicklung eines solchen Angebots besondere Voraussetzungen. Mit rund 42 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Region ausgesprochen dünn besiedelt und verfügt über große naturnahe Räume. Gleichzeitig liegt die Tourismusintensität mit rund 3.400 bis 3.600 Übernachtungen je 1.000 Einwohner weiterhin unter dem Schwellenwert von 4.500 Übernachtungen je 1.000 Einwohner.

Das Projekt setzt damit auf ein touristisches Wachstum, das nicht auf möglichst große Besucherzahlen, sondern auf hochwertige, naturverträgliche und erlebnisorientierte Angebote ausgerichtet ist. Die Natur soll dabei nicht nur Kulisse sein, sondern selbst zum zentralen Erlebnis werden.

Besonderer Blick auf das Jahr 2029

Eine besondere Perspektive erhält die Projektidee mit Blick auf das Jahr 2029. Dann jährt sich die friedliche Überwindung der deutschen Teilung und das Ende der innerdeutschen Grenze zum 40. Mal.

Bei einer erfolgreichen Bewerbung könnte „Naturmomente“ in den kommenden Jahren gezielt weiterentwickelt und im Jubiläumsjahr 2029 besonders intensiv überregional beworben werden. Denkbar sind beispielsweise besondere Natur- und Geschichtserlebnisse, Themenwochen, Sonderführungen, Zeitzeugenangebote und kombinierte Übernachtungsangebote.

Damit bietet das Projekt die Chance, das Grüne Band in der Altmark 2029 bundesweit stärker als Naturraum, Erinnerungsort und besonderes touristisches Erlebnis sichtbar zu machen.

Wie geht es weiter?

Mit der Einreichung der Projektskizze ist zunächst der erste Schritt getan. Die Bewerbung befindet sich nun im Auswahlverfahren. Mit einer Rückmeldung wird Anfam 21. September 2026 gerechnet.

Sollte der ART eine positive Projektbenachrichtigung und damit eine Förderzusage erhalten, würde anschließend die konkrete Entwicklungs- und Umsetzungsphase beginnen. Gemeinsam mit den regionalen Partnern müssten geeignete Standorte ausgewählt, die Tiny-House-Angebote konkretisiert, Erlebnisbausteine entwickelt und die Vernetzung mit bestehenden touristischen, kulturellen und regionalen Angeboten aufgebaut werden.

Der ART würde damit die Möglichkeit erhalten, aus der Projektskizze ein modellhaftes Angebot für nachhaltigen Naturtourismus am Grünen Band zu entwickeln und gleichzeitig neue Impulse für regionale Wertschöpfung und die touristische Entwicklung der beteiligten Kommunen zu setzen.

Naturmomente steht dabei für die Idee, das Grüne Band nicht nur zu besuchen, sondern es mit allen Sinnen zu erleben: beim Aufwachen in der Natur, auf dem Rad oder Wanderweg, bei einer Begegnung mit der Geschichte des Ortes oder beim Genuss regionaler Produkte.


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